Zuchtstrategie

Wir sind der Meinung, dass das Engadinerschaf Merkmale aufweisen muss, die es im wirtschaftlichen Umfeld konkurrenzfähig machen. Nur so ist sein Überleben langfristig gesichert.

Schafe auf der Weide zu halten ist absolut sinnvoll. Die Weidehaltung birgt allerdings das Risiko, dass sich die Schafe mit Magen-Darm-Würmern anstecken. Übermässiger Wurmbefall kann die Leistung und die Gesundheit stark beeinträchtigen. Entwurmungskuren werden notwendig.

Unsere Lämmer sollen auf der Weide, ohne Kraftfutter, heranwachsen und dabei möglichst gut mit dem Wurmdruck zurechtkommen. Aus diesem Grund sind  unsere Hauptselektionskriterien:

  • Parasitenresistenz
  • Gutes Wachstum auf der Weide

Wir züchten nur mit denjenigen Mutterschafen, welche bezüglich dieser beiden Kriterien überdurchschnittlich gut sind. Die anderen Auen, werden mit einem Widder einer Fleischrasse (Texel, Charollais, Charmois) gedeckt.

Selektion auf Parasitenresistenz

Um die Anfälligkeit eines Schafes beurteilen  zu können, kann mittels Kotanalyse die Anzahl Eier der Magen-Darmwürmer (EPG) ermittelt werden. Seit 2008 werden alle weiblichen Lämmer, welche zur Nachzucht in Frage kommen, einzeln beprobt. Nur Lämmer mit tiefer Eiausscheidung werden zur Zucht verwendet.

Die Zuchtböcke werden als Lämmer zugekauft. Nach gemeinsamer Weidehaltung werden sie ebenfalls einzeln beprobt. Bei den Böcken werden ebenfalls Tiere mit tiefer Eiausscheidung zur Zucht eingesetzt.

Durch die Beprobung der weiblichen Lämmer können wir ebenfalls die Väter bezüglich Vererbung der Parasitenresistenz einschätzen.

Gutes Wachstum auf der Weide

Die Lämmer werden regelmässig gewogen, sodass ihr Wachstum kontrolliert werden kann. Die Gewichtszunahmen werden in Form eines Indexes ausgewertet und lassen so Rückschlüsse auf die genetische Qualität, sowohl der Lämmer selber, als auch deren Eltern zu.